Der Masurische Landschaftspark wurde 1977 gegründet, um natürliche, historische und kulturelle Werte zu schützen, die nicht nur auf regionaler. sondern auch auf europäischer Ebene einzigartig sind. Mit einer Fläche von 562 km2 ist er einer der größten Landschaftsparks in Polen. Innerhalb der Parkgrenzen liegen der größte See Polens, der Śniardwy-See, und der nördliche Teil der Puszczca Piska/Johannisburger Heide. Mehr als 90% der Fläche des Masurischen Landschaftsparks umfasst das Biosphären-Reservat „Masurische Seen“. Das Gelände, der Reichtum und die Vielfalt der Pflanzen- und Tierwelt, die Fülle an Wäldern, Torfmooren, Seen und fließenden Gewässern zeichnen den Landschaftspark aus. Innerhalb der Grenzen des Parks gibt es außerdem 11 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 3.676,43 Hektar. Sie wurden in erster Linie gegründet, um natürliche Prozesse zu schützen und natürliche Wald- und Wasserumgebungen sowie die darin vorkommenden Organismen zu erhalten.
Sehenswürdigkeiten & Tipps für Ihren Masuren-Urlaub
Ausflugsziele für Aktivurlauber und Entdecker
Der von Touristen am häufigsten genannte Grund für eine Reise in die Masuren ist mit Abstand „das Erleben von Natur pur“. Aber auch außerhalb der unberührten Natur der Region Ermland-Masuren gibt es einiges zu entdecken und zu erleben:
Die Krutynia
"kręta" – die sich "windende" – die Herleitung des Flussnamens lässt bereits erkennen, welche einzigartige Fluss- und Seenlandschaft die Weichseleiszeit hier einst modellierte.
Der Unterlauf fasziniert durch seine unzugänglichen, sumpfigen Ufer, im Wasser liegende, umgestürzte Bäume sowie tief herabhängende Äste und wird daher auch gerne "kleiner Amazonas" genannt. Fliegt dann der prächtige blau bis türkis schimmernde Eisvogel tief übers Wasser und ziehen Seeadler oder Fischadler über dem Fluss ihre Kreise, ist das Naturerlebnis vollkommen.
Hautnah und mit allen Sinnen erlebt man die Ursprünglichkeit Masurens auf der Krutynia/Krutinna, einem verwunschen durch die Landschaft mäandernden Fluss mitten im Masurischen Landschaftspark.
Die Stille ist überwältigend, und das Wasser der Krutynia ist so klar, dass man die Kiesel auf dem Grund zählen, Fische und manchmal sogar Krebse beobachten kann. Hinter jeder Flussbiegung eine neue Landschaft, durch weite Wiesenräume vorbei an verschlafenen Dörfern hinein in verträumte Seen und weiter durch urwaldgleiche grüne Tunnel.
Marienburg
Der ehemalige Hauptsitz des Kreuzritterordens befindet sich etwa 60 km von Danzig entfernt und grenzt unmittelbar an die Region Masuren.
Die Marienburg (Malbork) ist außerdem auch der größte Backsteinbau Europas. Die eindrucksvolle Burganlage wurde ausschließlich aus Ziegeln erbaut und sieht von außen betrachtet aus wie ein Klosterbau. Seit 1997 gehört die Burg zum UNESCO Weltkulturerbe.
Die Geschichte der Marienburg und des Deutschen Ritterordens kann in einem Museum im Inneren nachempfunden werden. Auch eine einmalige Sammlung von Bernsteinen kann hier bewundert werden. Ebenso ist die Übernachtung im Burghotel möglich. Die Burg kann von Dienstag bis Sonntag von 9.30 bis 19 Uhr besichtigt werden.
Oberland Kanal
Die Fahrt auf dem Oberländischen Kanal im Ermland ist ein ganz besonderes Ereignis. Hier werden Boote auf Schienen über schiefe Ebenen über Land gezogen. Das über 150 Jahre alte Bauwerk arbeitet ausschließlich mit Wasserkraft und funktioniert heute noch so wie am ersten Tag. Als Besonderheit gelten die fünf Rollberge, auf denen die Schiffe zur Bewältigung des Höhenunterschieds von insgesamt 99 Metern auf Schienenwagen über Land transportiert werden. Sie sind als Standseilbahnen ausgelegt, die von Wasserrädern angetrieben werden. Der Oberländische Kanal gilt heute als technisches Denkmal und steht unter Denkmalschutz.
Borkener Heide
Die Borkener Heide / Puszcza Borecka liegt im nordöstlichen Teil Masurens und ist eines der verbliebenen großen Waldgebiete der Region. Da in dem Waldgebiet der Sandboden mit fruchtbarem Lehm durchmischt ist, finden sich hier viele verschiedene Baumarten. Kiefern und Fichten wechseln sich ab mit Eichen, Birken, Erlen … In den Wäldern leben Wisente in freier Wildbahn und neuerdings auch wieder Wölfe.
Kloster Wigry
In einer herrlichen Landschaft liegt mitten in der Seenlandschaft des Wigry-Nationalparks auf einer Anhöhe das Kloster der Kamaldulenser. Der Katholische Eremiten-Orden gründete hier 1694 eins von insgesamt 12 Klöstern in Polen.
Auf einer Halbinsel, vom bis zu 72 Meter tiefen Wigry-See umschlossen, bietet das Kloster einen traumhaften Blick auf die Landschaft des Nationalparks.
Die burgförmige Anlage, im barocken Stil aus Ziegelsteinen errichtet, wurde im Lauf der Jahrhunderte mehrfach beschädigt, im 1. Weltkrieg und besonders im 2.Weltkrieg, fast völlig zerstört. Schon 1950 begann der Wiederaufbau. Die letzten Mönche verließen das Koster schon vor 200 Jahren. Das Kloster ist seit 1973 an den polnischen Staat vermietet, renoviert und zu einem Kulturzentrum ausgebaut.
Sehenswerte Städte der Region Ermland-Masuren
Olsztyn (Allenstein)
Olsztyn ist der größte Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren. Die architektonische Perle Polens bietet eine gut ausgebaute Infrastruktur und ist ideal geeignet als Startpunkt zur Reise in die Masurische Seenplatte.
Geschichtlich und architektonisch hat die Stadt viel zu bieten. Mitte des 14. Jahrhunderts gegründet, bewohnen heute über 170.000 Menschen die Metropole rund um die Burg Allenstein. Eine Besichtigung lohnt sich in jedem Fall, denn hier ist auch das Museum für Ermland und Masuren zu finden.
Olsztyn bietet auch einiges für jüngere Touristen und Urlauber die das Nachtleben lieben. Die Kneipenszene in Allenstein ist sehr lebhaft und ausgeprägt.
Der weitere Weg von Olsztyn führt meist per Rad nach Lötzen.
Giżycko (Lötzen)
Wer die etwa 90 Kilometer von Allenstein nach Lötzen mit dem Fahrrad zurücklegt, der wird das „Wasser bereits aus der Ferne riechen“. Angekommen am Ziel wird auch dem Letzten klar, weshalb Lötzen so beliebt bei Liebhabern des Wassersports und der freien Natur ist.
Der Ort ist günstig auf einer schmalen Landzunge zwischen zwei Seen gelegen und eignet sich ideal als Ausgangspunkt für Kanutouren, Kajakreisen und weitere Wassersportarten.
Der historische Wasserturm in Giżycko bietet einen herrlichen Ausblick auf die zahlreichen Möglichkeiten, welche sich in der Stadt und auf den umliegenden Seen bieten. Ein gemütliches Restaurant, oben in der Turmspitze, lädt zum Verweilen bei polnischen Nationalgerichten und Getränken ein.
Pisz (Johannisburg)
Im Südosten der Region Ermland-Masuren liegt die Stadt Johannisburg, welche ebenfalls zum damaligen Ostpreußen gehörte. Geprägt wird die Umgebung durch die Johannisburger Heide, welche durch ihre urwaldähnlichen und riesigen Forste unendliches Staunen bei jedem Besucher hinterlässt.
Pisz selbst lädt mit seinem gemütlichen Marktplatz, kleinen Cafés und schmucken Bürgerhäusern zum Verweilen ein. Die Geschichte der Stadt sowie der Johannisburger Heide können in einem Museum im Rathaus der Stadt entdeckt werden.
Zudem ist auch die größte Fachwerkkirche der Masuren – die St. Johanneskirche (Kosciół św. Jana Chrzciciela) – hier in Pisz zu finden.
Die architektonisch jüngste Attraktion ist der restaurierte Wasserturm der Stadt, welcher heute über eine Aussichtsterrasse verfügt von der aus ein Panorama-Rundblick auf ganz Johannisburg und das Umland möglich ist.
Mikolajki (Nikolaiken)
Ein weiterer lebhafter Ferienort direkt am Wasser ist Mikołajki. Der Ort liegt am großen Sniardwy-See (Spirdingsee) und lädt zu Touren durch die Masurische Seenplatte auf dem Ausflugsdampfer oder auf Segelbooten ein.
Nikolaiken wird auch gern das “Masurische Venedig” genannt. Mit nur knapp 4.000 Einwohnern gehört der zwar zu den kleineren der Touristenorte in den Masuren, hat aber dennoch einiges Sehenswertes zu bieten. Darunter unter anderem die evangelische Kirche oder den malerischen Rathausplatz mit seinen barocken Kaufmanns-Häusern.
Am nahe gelegenen Lucknainer See ist die größte Schwanenkolonie Europas beheimatet. Über 1800 Schwanenpaare sind hier zu Hause und sorgen für viel Bewegung im Himmel.
Durch die kleinen Gassen im Ort kann man tagsüber von Café zu Café bummeln und abends an der Promenade die wunderschönen Sonnenuntergänge genießen.
Mrągowo (Sensburg)
Die Sensburger Seenplatte zählt ca. achtzehn Seen, welche vom Fluss Krutynia durchflossen werden. Inmitten der Seenplatte bildet die Stadt Sensburg ein weiteres beliebtes Zentrum für Freunde des Wassersports.
Aber nicht nur Wasserratten kommen in Mrągowo auf ihre Kosten! Als „Klein-Woodstock“ hat die Stadt auch kulturell etwas zu bieten. Jedes Jahr im Juli treten im Amphitheater direkt am See zahlreiche Country-Musiker auf, bevor Ende August dann alle Volksmusikfans auf ihre Kosten kommen. Volkstanzgruppen und Trachtenvereine aus Litauen, Weißrussland und der Ukraine sorgen dann in Sensburg für ein Festival der besonderen Art.
Wojnowo (Eckertsdorf)
Wojnowo ist zwar nur eine kleine Ortschaft, aber auf jeden Fall einen Besuch wert. In der Zeit zwischen 1828 und 1832 siedelten sich russische Glaubensflüchtlinge (Philipponen oder auch Altgläubige genannt) in den Gebieten Eckertsdorf und den umliegenden Dörfern an. Das malerisch am Dus-See gelegene Kloster der Altgläubigen mit dem Friedhof und der Kirche kann besichtigt werden. Der Ikonenschatz ist trotz großer Verluste in der Vergangenheit immer noch sehenswert. Ebenso sehenswert ist die um 1840 erbaute orthodoxe Holzkirche. Auch ein Rundgang durch das Dorf ist lohnenswert. Hier sind immer noch Spuren der russischen Glaubensflüchtlinge sichtbar.